Die Familie der Zecken

Zecken

In West- und Mitteleuropa gibt es rund 20 verschiedene Schildzeckenarten. Die bekannteste ist die Ixodes ricinus oder auch "Holzbock" genannt, da sie bekannt ist für Ihre Übertragung der Zeckenborreliose und der Zeckenenzephalitis (Frühsommer-Menigoenzephalitis, FSME). Zecken besitzen stechende Mundwerkzeuge, daher spricht man von einem Zeckenstich und nicht von Biss.

Warum brauchen Zecken Blut?

Während ihrer Entwicklung sind die verschiedenen Stadien der Zecke auf Blutmahlzeiten angewiesen. Nach Auswahl einer geeigneten Ansitzstelle auf einem Wirt stechen die weiblichen Zecken ihre Mundwerkzeuge innerhalb von etwa 10 Minuten in die Haut. Anschließend schieben Sie ein tannenzapfenähnliches Organ (Hypostom) mit Widerhaken besetzt in die Haut. Während des Saugaktes, sondern die Zecken große Mengen von Speichel ab, welche die Zellen zerstören.

Wo kommen Zecken vor?

Der "Holzbock" ist in Europa weit verbreitet sowohl im Flachland als auch in bergigem Gebiet bis 1500m über Meer. Bevorzugte Biotope sind Nadel, Laub und Mischwälder. Die Zecken sind meist dicht über dem Boden auf Gräsern, Farnen oder Zweigen. Beim Vorbeiziehen von Mensch und Tier lassen sich auf dessen Haut abstreifen.

Die Hauptzeckenaktivität ist im Mai/Juni und August/Oktober zu verzeichnen.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Zecken

In Gegenden wo viele Zecken sind sollte dichtes Unterholz und hohe Gräser möglichst gemieden werden. Empfehlenswert ist das Tragen von langen Hosen und langen Socken sowie dicht abschließende Ärmel. Ebenfalls nützt das Besprühen der Haut mit speziellen gegen Zecken entwickelte Repellentien. Unser Fachpersonal in der Großen Apotheke Dr. Bichsel berät Sie gerne.

Was wenn doch eine Zecke zusticht?

Bei Feststellung von Zecken am Körper, sollten diese möglichst rasch mechanisch entfernt werden. Zecken sollten NICHT mit Öl oder anderen Stoffen betupft werden. Allfällige Stichstellen während den nächsten 4 Wochen auf Zeichen von Rötung, Schwellung und Entzündung beobachten. Das Auftreten einer "wandernden" sich vergrößernden Rötung ist ein sicheres Zeichen für eine Borreliose. Statt lange zu warten können wir heute auch testen. Die beste Möglichkeit der heutigen Medizin besteht mit einem Untersuch der Zecke. In der Apotheke können sogenannte "Zeckentests" gekauft werden, welche die Zecke genetisch auf das Vorhandensein von Borrelien untersucht.

Was ist eine Lyme-Borreliose?

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, welche nach einer Inkubationszeit von 3 bis 30 Tagen über 3 Stadien entwickelt.

Stadium 1:
"wandernde" Rötung an der Einstichstelle

Stadium 2:
Angriff auf das Nervensystem, die Gelenke und das Herz. Meist kommt es zu einer Hirnhautentzündung

Stadium 3:
Meist Entstehung einer Arthritis.

Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht mit Antibiotika.

Was ist FSME?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Es handelt sich um eine virale Erkrankung, welche sich in einer ersten, wenig charakteristischen Phase mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen zeigt. Die Krankheit wird in dieser Phase oft nicht erkannt, kann nun beendet sein oder aber nach 1-3 Tagen ein zweites, schweres Krankheitsbild hervorrufen. Es kommt zum Befall des zentralen Nervensystems in welche es zu Lähmungen der Arme und Beine kommt und zu bleibenden Behinderungen führt. In ca. 1% der Fälle führt die Krankheit zum Tod. Leider ist die Behandlung der FSME nicht möglich, das bedeutet nur durch Impfen können wir uns vor dieser Krankheit schützen.