Wie äußert sich Asthma? - Symptome

Asthma/COPD

Atemnot, Reizhusten, ein Engegefühl in der Brust: Betroffene erleben Asthma individuell und unterschiedlich intensiv. Asthma bronchiale ist eine chronische-entzündliche Erkrankung der Atemwege. In der Schweiz ist fast jedes 10. Kind von Asthma betroffen.

Atemnot

Menschen mit Asthma leiden typischerweise unter Anfällen von Atemnot und Husten. Das Asthma kann aber auch zu ständig wahrgenommener Atemnot führen.

Diese Symptome werden teilweise durch äußere Auslöser verursacht wie Kontakt mit Allergenen, Infektionen der Atemwege, Kälte und körperliche Anstrengung. Auch unabhängig von äußeren Faktoren kann sich aber in den Bronchien eine asthmatische Entzündung entwickeln, die zu den Symptomen wie Atemnot und Husten führt. Mit inhalierbaren (evtl. auch oralen) Medikamenten lassen sich Asthma-Anfälle meist  gut verhindern und behandeln.

Weitere Symptome

Nebst der Atemnot sind bei Asthma weitere Symptome charakteristisch:

  • (Reiz-)Husten
  • Engegefühl in der Brust
  • Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen (entsteht durch die Verengung der Bronchien)
  • Kurzatmigkeit bei Anstrengung

Tritt Asthma erstmals im Erwachsenenalter auf, sind häufig keine Allergien als Auslöser auszumachen. Mögliche Ursachen bei Erwachsenen sind eine spezifische, asthmatische Entzündung in den Atemwegen (mit Beteiligung der oberen Atemwegen, d.h. der Nase und Nasennebenhöhlen) oder eine Überempfindlichkeit gegen gewisse Medikamente und andere chemische Stoffe. Bei Kindern ist Asthma die häufigste chronische Krankheit. Mit steigendem Alter verbessert sich die Krankheit jedoch meist spürbar.

Die Entwicklung der Krankheit ist sehr individuell und hängt stark davon ab, wie sie behandelt wird.

Asthma nachweisen – Diagnose

Wichtige Methoden zur Diagnose von Asthma sind:

  • Allergietest der Haut
  • Lungenfunktionstest
  • Provokationstest

Fallen diese Tests positiv aus und lassen sich die typischen Symptome nachweisen, ist die Diagnose «Asthma» sehr wahrscheinlich.

Patientinnen und Patienten mit Asthma haben oft eine «allergische» Vorgeschichte, wenn sie erstmals zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Bei einigen Betroffenen ist bereits eine Allergie oder eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Substanzen bekannt. Solches Vorwissen erleichtert der Ärztin oder dem Arzt die richtige Diagnose. Trotzdem sind noch verschiedene Untersuchungen nötig, um andere Atemwegs- und Lungenkrankheiten auszuschließen.

Besonders die Unterscheidung von Asthma und COPD ist für eine wirksame Therapie wichtig. Immer mehr zeigt sich, dass auch beide Krankheitsbilder überlappen können.

Typische Unterschiede zwischen Asthma und COPD

Asthma

  • Betrifft oft Allergikerinnen oder Allergiker
  • Die Krankheit beginnt oft schon in der Kindheit
  • Die Symptome treten oft anfallsweise auf
  • Atemnot auch in Ruhe
  • Die Lungenfunktion kann sich nach einem Asthmaanfall oder nach Inhalation eines Asthmamittels wieder normalisieren

COPD

  • Betrifft meist rauchende Personen
  • Die Krankheit beginnt meist nach dem 40. Lebensjahr
  • Die Symptome werden langsam schlimmer
  • Atemnot während körperlicher Belastung
  • Die Lungenfunktion nimmt stetig ab

Der Lungenfunktionstest (Spirometrie)

Eine Spirometrie lässt sich einfach, schmerzfrei und innerhalb weniger Minuten durchführen. Sie misst die Atmung und weist obstruktive Lungenkrankheiten wie COPD nach. Eine Spirometrie wird empfohlen für Personen,

  • die oft husten,
  • rauchen und über 45 Jahre alt sind,
  • bei raschem Gehen Atemnot bekommen,
  • sich um die Gesundheit ihrer Lungen sorgen,
  • bereits wegen einer Lungenkrankheit in Behandlung sind.

Das Gerät misst das Atemvolumen sowie die Geschwindigkeit beim Ausatmen. Beträgt der Anteil der ausgeatmeten Luft in der ersten Sekunde weniger als 70 Prozent der eingeatmeten Luft, sind die Atemwege verengt. Da sowohl COPD als auch Asthma die Ursache sein können, findet ein zweiter Test statt: Die Patientin oder der Patient inhaliert ein Medikament, das die Atemwege erweitert. Dieses zeigt nur bei Asthma-Betroffenen Wirkung. Bei COPD reagieren die Atemwege nicht und bleiben verengt. Durch die Spirometrie lässt sich über einen längeren Zeitraum auch beobachten, ob eine Therapie Wirkung zeigt.

Was Asthma auslöst – Ursachen

Allergien

Das Asthma, das bereits im Kindesalter beginnt, hängt oft mit einer allergischen Reaktion zusammen. Als auslösende Allergene infrage kommen unter anderem:

  • Kot von Haustaubmilben, der im Hausstaub enthalten ist
  • Tierhaare (Katzen, Hunde, Hamster, Kaninchen etc.)
  • Schimmelpilzsporen
  • Pollen (Gräser, Bäume, Getreide etc.)

Andere Auslöser

Nebst den spezifischen Auslösern des allergischen Asthmas können auch unspezifische Faktoren zu Beschwerden führen – besonders bei Menschen mit überempfindlichen Bronchien. Dazu gehören:

  • Kalte, trockene Luft
  • Staub
  • Gerüche, chemische und physikalische Reizstoffe
  • Körperliche Anstrengung
  • Zigarettenrauch (auch Passivrauchen)
  • Luftverschmutzung (Ozon)
  • Stress und psychische Einflüsse
  • Atemwegsinfektionen (Erkältungen, Grippe)

Reaktion der Atemwege

Bei Asthmatikerinnen und Asthmatikern kommen drei Umstände zusammen, die gemeinsam zur Verengung der Atemwege führen und somit zur Atemnot beitragen:

  • Die Schleimhaut der Bronchien reagiert auf einen Reiz mit Entzündung. Die Schleimhaut wird dadurch dicker und verengt die Bronchien.
  • Zellen in der Schleimhaut bilden einen zähen Schleim, der in den Bronchien hängen bleibt und ebenfalls zur Verengung der Atemwege beiträgt.
  • Die Muskeln, die um die Bronchien herum verlaufen, verkrampfen sich. Sie drücken die Bronchien zusammen und verengen die Atemwege zusätzlich.

Asthma ist kontrollierbar – Behandlung

Asthma kann noch nicht geheilt, meist aber sehr gut behandelt werden.

Medizinische Behandlung

Ein guter Ratschlag für Asthmatikerinnen und Asthmatiker ist, die auslösenden Allergene zu meiden. Im täglichen Leben ist diese Empfehlung manchmal schwer umzusetzen. Vor allem Kinder haben Mühe einzusehen, dass sie zum eigenen Wohl das geliebte Haustier weggeben müssen oder im Frühling nicht nach draußen gehen dürfen.

Das Asthma im Griff haben

Diese vier Grundsätze verbessern die Asthmakontrolle:

  1.     Bekannte Asthma-Auslöser meiden
  2.     Verschriebene Medikamente genau nach Vorschrift einnehmen
  3.     Notfallmedikamente immer bei sich tragen
  4.     Einen Asthma-Anfall frühzeitig behandeln

Asthmatikerinnen und Asthmatiker ab 12 Jahren können im Internet anhand des Asthma-Kontroll-Tests herausfinden, wie gut sie ihre Krankheit im Griff haben. Das Resultat des Tests sollte mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.

Eine Grippeinfektion kann Asthma nachhaltig verschlimmern. Daher wird Betroffenen mit schwerem und mittelschwerem Asthma empfohlen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Lassen Sie sich in der Großen Apotheke Dr. G. Bichsel gegen die Grippe impfen. Weiter Infos finden Sie hier.

Medikamente

Medikamente zur Asthma-Behandlung
Es gibt zwei Gruppen von Medikamenten zur Behandlung von Asthma:

  1. Medikamente zur Erweiterung der Bronchien
    Sie werden bei einem Asthma-Anfall inhaliert und erweitern sofort die Bronchien. Solche Medikamente wirken, indem sie die Bronchialmuskulatur entspannen. Es gibt kurzwirksame Mittel zur schnellen Therapie eines Asthma-Anfalls und zur Vorbeugung von Atemnot beim Sport sowie langwirksame Medikamente zur Vorbeugung von Anfällen. Die langwirksamen Medikamente sind geeignet für Patientinnen und Patienten mit mittelschwerem und schwerem Asthma. Medikamente zur Erweiterung der Bronchien werden normalerweise in Kombination mit der zweiten Medikamentengruppe eingesetzt.
  2. Medikamente zur Entzündungshemmung in den Bronchien
    Auch diese Medikamente werden meist inhaliert, damit sie genau dorthin gelangen, wo sie wirken sollen. Bereits kleine Mengen des Wirkstoffs reichen aus, um eine gute Wirkung zu erzielen. Das massive Überschreiten der empfohlenen Dosis kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.

Entzündungshemmende Schmerzmedikamente (z.B. gegen Kopfschmerzen oder rheumatische Krankheiten) sind für die Behandlung eines Asthma-Anfalls ungeeignet und können unter Umständen die Beschwerden sogar verschlimmern!

Damit die inhalierbaren Medikamente ihre volle Wirkung entfalten können, müssen die Betroffenen zuerst die richtige Inhalationstechnik lernen. Gerne zeigen wir Ihnen in der Apotheke die richtige Anwendungstechnik.  

Alltagstipps

Allergene meiden, Asthma-Anfällen vorbeugen

Indem Asthmatikerinnen und Asthmatiker den Allergenen aus dem Weg gehen, können sie die Beschwerden mindern und den Medikamentengebrauch reduzieren.

Pollenallergie

Durch die Einschränkung der Aktivitäten bei sonnigem und windigem Wetter während der Pollenflugzeit kann die Pollenbelastung verringert werden. An sonnigen und trockenen Tagen sollten die Fenster des Schlafzimmers geschlossen sein und nur zum Lüften kurz geöffnet werden. Pollenschutzgitter, die ins Fenster gespannt werden, können dazu beitragen, dass weniger Pollen nach innen gelangen. Das Tragen einer Sonnenbrille mit Seitenschutz kann eine gewisse Linderung für die Augen bringen. Am Abend sollten die Haare gewaschen werden, damit die Pollen, die sich tagsüber in den Haaren verfangen haben, nachts nicht über das Kopfkissen in die Nase oder die Augen gelangen. Kinder mit einer Pollenallergie, die ihr Asthma nicht ausreichend kontrollieren können, sollten vom Turnen im Freien befreit werden.

Ambrosia

Der Blütenstaub der aus Nordamerika eingeschleppten Ambrosia-Pflanze kann starke Allergien auslösen. Die Symptome einer Ambrosia-Allergie gleichen denjenigen einer Gräserallergie: triefende, juckende Nase und tränende, geschwollene Augen, Atemnot oder Asthma-Anfälle.
Die Ausbreitung der Ambrosia bedeutet ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko für Allergikerinnen und Allergiker. Die Pflanze, deren Blütezeit von Anfang August bis Ende September dauert, wird deshalb vielerorts bekämpft.

Hausstaubmilbenallergie

Tipps, wie der Hausstaubmilbenallergie vorgebeugt werden kann:

  • Die Raumtemperatur sollte zwischen 19 und 20°C in den Wohn- und etwa 18°C in den Schlafräumen betragen.
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 50 Prozent liegen, was sich durch häufiges Lüften erreichen lässt. Außerdem gibt es elektrische Entfeuchter, die die Luftfeuchtigkeit reduzieren.
  • Im Schlafzimmer helfen milbendichte Überzüge für Matratzen, Kissen und Duvets. Moltondecken und die Bettbezüge sollten einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • Etagenbetten sind wegen der großen Staubbelastung im unteren Bett nicht zu empfehlen.
  • Staubfänger wie schwere Vorhänge, Wandbehänge oder nicht waschbare Stofftiere sind möglichst aus dem Schlafzimmer zu entfernen.
  • Bodenbeläge wie Parkett, Linoleum oder Kacheln sind besser als Teppiche.
  • Staubsaugen in Gegenwart einer Allergikerin oder eines Allergikers sollte unterlassen werden. Staubsauger müssen mit einem HEPA-Filter ausgerüstet sein.
  • Luftreiniger können die Hausstaubmilbenbelastung zusätzlich reduzieren.
  • Ferien in sonnigen Lagen im Hochgebirge sind vorteilhaft, da die Zahl der Milben in Höhenlagen über 1200 Meter über Meer deutlich geringer ist.

Allergien auf Tierhaare

Genau genommen sind nicht die Tierhaare Allergie-auslösend, sondern bestimmte Eiweiße aus dem Speichel von Katzen, Meerschweinchen und Hunden, die den Haaren anhaften. Reagiert jemand in der Familie auf diese Tiere allergisch, sollten keine Haustiere gehalten werden. Zumindest sollten diese Tiere nicht in die Wohnräume und vor allem nicht ins Schlafzimmer gelassen werden.

Schimmelpilzallergie

Feuchte oder schimmlige Stellen in der Wohnung müssen saniert werden. Topfpflanzen sollten wegen möglicher Schimmelpilzbesiedelung nicht in den Schlafräumen aufgestellt werden. In feuchten Sommern und im Herbst, wenn gefallenes Laub den Boden bedeckt, nimmt der Gehalt an Schimmelpilzsporen in der Luft im Freien massiv zu.

Asthma: richtig inhalieren

Mit einem gut kontrollierten Asthma ist heute ein weitgehend beschwerdefreies Leben möglich. Studien zeigen aber, dass 6 von 10 Asthmatikern ihr Medikament falsch nutzen – und unter Anfällen leiden, die vermeidbar wären. Denn bei einer Falschinhalation wirken die Medikamente nur eingeschränkt oder gar nicht, und die Betroffenen müssen trotz regelmäßiger Inhalation häufig zum Arzt oder in den Notfall.

Damit Asthma-Medikamente wirken, müssen sie korrekt inhaliert werden:

  • Der Inhalator muss richtig geladen und bedient werden
  • Die Medikamente müssen tief in die Bronchien gelangen
  • Die Medikamente dürfen nicht sofort wieder ausgeatmet werden

Hier finden Sie verschiedene Instruktionsfilme zur Inhalationstechnik mit Diskus, Ellipta, Dosieraerosol und Turbuhaler.

COPD

COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) entsteht über viele Jahre. Die Hauptursache ist eine chronische Schädigung des Lungengewebes durch Zigarettenkonsum. COPD äußert sich ebenfalls durch Husten, Atemnot und schleimigen Auswurf. Durch die Obstruktion entsteht eine Behinderung des Atemflusses. Die Krankheit ist nicht heilbar, das Fortschreiten kann aber durch eine frühe Therapie und eine Veränderung des Lebensstils (Rauchstopp!) gebremst werden. Leiden Sie vor allem früh morgens an Husten und Engegefühl in der Brust? Lassen Sie sich in der Großen Apotheke Dr. Bichsel beraten.

Raucherentwöhnung

Text von Lungenliga.ch